Ein ehrliches, emotionales und verdammt optimistisches Update unseres Refit-Abenteuers.

Ahoi, ihr lieben Seelen, Bootsbegeisterten, Mitfühler und treuen Begleiter auf unserem Weg zum ganz großen Segeltraum! Wenn man ein altes Segelboot kauft, um es von Grund auf zu restaurieren, dann bereitet man sich theoretisch auf alles vor. Man kalkuliert unvorhergesehene Roststellen ein, man rechnet mit osmotischen Überraschungen, man stellt sich mental auf klebriges Epoxidharz im Haar und chronischen Schlafmangel ein. Was man allerdings nicht auf dem Schirm hat, ist der ganz normale, alltägliche Wahnsinn, den das Leben uns an Land um die Ohren haut, während unser stolzes Schiff friedlich und ahnungslos in der Werft schlummert.

Vielleicht habt ihr euch in den letzten Wochen gewundert, warum es hier auf der Homepage und rund um unser Herzensprojekt so still war. Warum kein Staub flog, warum keine Updates kamen und warum der Winkelschleifer eine kreative Pause eingelegt hat. Die ehrliche Antwort? Wir wurden vom Schicksal komplett aus der Kurve getragen – und das gleich doppelt. Packt euch einen Kaffee, denn heute nehmen wir euch mit auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle zwischen tierischer Angst, stressiger Wohnungssuche und der unbändigen Vorfreude darauf, endlich wieder das Boot entkernen zu können.

Ostern in der Tierklinik: Wenn die Welt innerhalb einer Sekunde stillsteht

Fangen wir mit dem Thema an, das uns schlaflose Nächte, unzählige Tränen und ein riesiges Loch im Portemonnaie beschert hat, aber uns gleichzeitig zeigt, was im Leben wirklich zählt. Es geht um Murphy. Wer uns kennt, weiß: Murphy ist nicht einfach nur „der Hund“. Er ist kein Haustier, das man eben so nebenher füttert. Murphy ist unser bester Freund. Unser treuer Schatten. Unser Junge. Unser absoluter Schatz. Er ist das pelzige Herzstück unserer kleinen Crew und der zukünftige, stolzeste vierbeinige Kapitän, den die Weltmeere je sehen werden.

Ausgerechnet über Ostern – als eigentlich alle Zeichen auf Quality-Time und Basteln am Boot standen – schlug das Schicksal erbarmungslos zu. Murphy wurde schlagartig schwer krank. Wenn der eigene Hund dich mit matten Augen anschaut und man merkt, dass die Lebensenergie sekündlich weicht, bricht eine Welt zusammen. Nichts von dem, worüber man sich sonst den Kopf zerbricht, hat in diesem Moment noch irgendeine Bedeutung. Das Refit? Völlig egal. Die To-Do-Listen? Ab in den Müll.

Es folgten Tage des Bangens, Hoffens und Betens in der Tierklinik in Hannover. Wer schon einmal sein geliebtes Tier an der Anmeldung einer Klinik abgeben musste, während die automatischen Schiebetüren sich schließen, weiß, wie brutal sich diese Hilflosigkeit anfühlt. Hannover wurde für uns tagelang zum emotionalen Epizentrum. Wir haben Tränen vergossen, die ausgereicht hätten, um die Salacia ohne Wasserstraße direkt ins Meer zu spülen. Und ja, reden wir nicht um den heißen Brei herum: Eine Intensivbetreuung in einer hochmodernen Tierklinik kostet kein Taschengeld. Das war finanziell ein absoluter Tiefschlag, der unser Budget für die Bootssanierung ordentlich durchgeschüttelt hat. Aber wisst ihr was? Jeder einzelne Cent war es wert. Murphy hat gekämpft wie ein kleiner Löwe und ist nun endlich wieder fit!

Die nächste Baustelle an Land: Wenn der Vermieter „Eigenbedarf“ ruft

Kaum war der erste dicke Stein vom Herzen gefallen, flatterte die nächste Überraschung ins Haus: Kündigung wegen Eigenbedarf. Bäm. Das sitzt. Als ob das Drama um Murphy nicht schon genug gewesen wäre, stellt das Leben fest: „Ach, die beiden haben gerade wieder einen normalen Puls? Da geht noch was!“

Plötzlich hieß es also: Kommando zurück, Fokus verschieben. Statt uns Gedanken darüber zu machen, wie wir unser Boot restaurieren, mussten wir uns plötzlich mit dem Immobilienmarkt auseinandersetzen. Und jeder, der in der heutigen Zeit schon einmal eine Wohnung gesucht hat, weiß, dass das einem Haifischbecken gleicht. Es frisst Zeit, es frisst Energie und es nervt unendlich. Wir stecken aktuell mittendrin in diesem Spagat aus Wohnungssuche und dem bevorstehenden Umzugsstress, aber wir lassen uns nicht entmutigen!

Währenddessen in Recke: Die Salacia wartet geduldig

Und wo bleibt bei all dem Trubel unser geliebtes Schiff? Unsere Salacia steht einsam und verlassen in Recke. Manchmal überkommt einen das schlechte Gewissen. Der Kalender blättert sich wie von Geisterhand weiter, und das Frühjahr wartet nicht auf uns. Aber eine Sache haben wir beim Segeln gelernt: Geduld. Die Salacia nimmt es uns nicht übel. Sie wartet treu auf ihrem Platz und weiß genau, dass ihre Zeit noch kommen wird.

Der Wendepunkt: Stefan startet den Motor!

Schluss mit dem Trübsalblasen, jetzt wird wieder nach vorne geblickt! Denn genau an diesem Wochenende bricht das Eis. Stefan macht sich auf den Weg nach Recke. Es geht endlich wieder los!

Der Plan für dieses Wochenende: Es wird fleißig weitergerackert. Das große Stichwort lautet Boot entkernen. Und wenn wir entkernen sagen, dann meinen wir das auch so. Fast alles fliegt jetzt raus. Altes Holz, morsche Verkleidungen, die Elektrik aus dem letzten Jahrhundert – weg damit! Wir machen Tabula rasa im Innenraum, denn wir wollen im Sommer den Rumpf sandstrahlen lassen.
Erst wenn dieser Schritt getan ist, haben wir die perfekte, saubere Basis, um endlich wieder mit dem Aufbau und der Modernisierung zu beginnen. Dann wird der Traum endlich wieder greifbar!

Daumenhalten für Stefan beim Werkeln an diesem Wochenende, für den anstehenden Umzug und natürlich den allerbesten Knuddler an den tapferen Murphy!