Am Anfang war … der Refit!

Aller Anfang ist wohl schwer, so spricht zumindest der Volksmund. Und so beginnt auch unser großes Refit Projekt der Salacia mit dem totalen Chaos: Müll, Dreck, keinen Plan und einem galanten Sprung aus zwei Metern Höhe. Aber der Reihe nach, wir wollen Dich ja Schritt für Schritt mit auf diese Reise nehmen.

Was ist zu tun?

Genau diese Frage stellten wir uns bereits vor der Fahrt nach Recke zum Hochwaldpark. Wir wussten, unendlich viel Müll und Abfall wird anfallen und uns aufgrund fehlender Lager bzw. Abstellmöglichkeiten das Leben nicht eben einfacher machen. Und so kam es dann natürlich auch.

Wir entscheiden, strategisch klug vorzugehen und Salacia von vorne nach hinten zu bearbeiten. Und nachdem wir bereits bei unserem ungeplanten Zwischenstop in Levern begonnen hatten, in der Vorschiffkabine die hölzerne Seitenverkleidung zu entfernen, war es nur logisch, an genau dieser Stelle weiterzuarbeiten. In unserer Phantasie ein leichtes Unterfangen. Schrauben lösen und Holz abnehmen. So simpel, so einfach. Allerdings unterscheidet sich auch hier die Phantasie von der Wirklichkeit. Denn natürlich (!) sind die meisten Schrauben vermackelt und einige gar nicht erst zugänglich…

Was muss, das muss!

Uns war jedoch schnell klar, dass wir mit Geduld und gutem Zureden hier nicht weiterkommen werden. Da passte es gut ins Konzept, dass wir eben diesen Bereich des Schiffes eh umgestalten wollen – und so durfte alles mal mit mehr, mal mit weniger Gewalt seinen Platz der letzten 20 Jahre räumen. Zu Tage kam eine erstaunlich gut erhaltene Decke und Bordwand. Lediglich eine etwas rostigere Stelle an der Decke und hier und dort ein wenig Flugrost an den Wänden kam zum Vorschein. Das finden wir – sehr gut! Insbesondere weil wir ja wissen, was uns am Kiel und in der Bilge noch erwarten wird. Da nehmen wir aktuell jeden Sonnenstrahl gerne mit…

Wer hoch fliegt…

… der wird tief fallen. Genau genommen gute zwei Meter. Was war aber passiert? Ich hatte mir für dieses Wochenende noch vorgenommen, die (ehemals) Teakholz beschlagene Treppe Achtern von ihrem traurigen Holzrest zu befreien, immerhin ist dieser durch ständige Nässe sicherlich eher weniger gut für weniger Rost an der darunter liegenden Metallstruktur. Und so zog ich auf der Badeleiter stehend einmal kräftig an der ersten Holzleiste – die erstaunlich wenig Gegenwehr leisten wollte. Dabei war ergo die mathematische Formel zwischen Zugkraft meinerseits und der Widerstandskraft der Leiste nicht so ganz ausgewogen – mit dem Resultat, dass ich den Halt verlor und galant wie eine Katze in die Tiefe rauschte.

Sind wir ehrlich: das hätte auch ins Auge bzw. ins nächstgelegene Krankenhaus gehen können. Aber mit ein bisschen Körpergefühl und noch mehr Glück blieb es bei einem Schrecken. Ehrlicherweise bei Julia mehr als bei mir. Offenbar hat sie mich also doch noch ganz schön lieb. Den ganzen Stunt siehst Du übrigens im folgenden YouTube Video – der Klick lohnt sich auf jeden Fall.

Doch neben Colt Seavers ähnlichen Stunts schafften wir es noch, ein paar weitere Punkte von unserer ToDo Liste abzuhaken. So hat sich Julia um die Deckenverkleidung der (noch aktuellen) Küche / Pantry und den Tisch im Salon gekümmert und ich durfte die ersten elektrischen Leitungen der Salacia in die Hände nehmen und von der aktuellen Victron entfernen. Auch wenn diese für unseren Bedarf wohl zu wenig Leistungen haben wird, so wäre es doch schade, wenn sie defekt wäre. Leider hatte ja „damals“ bei unserer Überfahrt die Stromversorgung vorne und hinten nicht funktioniert, so dass ich nur mutmassen kann, ob auch sie einen Schlag weg hat oder der Fehler an anderer Stelle liegt.

Also ausbauen und daheim testen … so lautet das Motto.

Wie gehts in 2026 weiter?

Und damit sind wir auch bei genau dieser Frage. Wie geht’s nun weiter? Neben dem finalen Ausbau der Victron wird neben der mehr als nötigen Fahrt zum lokalen Wertstoffhof (Platz! Wir brauchen Platz!) der weitere Abbau der Innenverkleidung und der nächsten Möbel auf der Agenda stehen. Ausserdem muss ich zwingend und dringend die Dieselstandheizung wieder ins Laufen bringen, nicht dass wir uns noch unsere kleinen Peter abfrieren. Es wird im Januar sicherlich noch keine frühlingshaften Temperatur auf uns warten. Und zu guter Letzt sollte dann auch endlich der Mast von Bord sein, so dass wir die geplante Garage fertigen können.

Du siehst also, es bleibt und wird spannend. Bereits Mitte Januar wird es für uns wieder zum Boot gehen – die Zeit läuft!